Generalversammlung: Rückblick und Fakten

Griesheimer Anzeiger, 17.06.2009 | Die Mitgliederzahl des Gewerbevereins bewege sich bei rund 200 und sei damit „recht stabil“, berichtete Roland Busch im Zuge der Generalversammlung am 16. Juni 2009. Eine Reihe an Neumitgliedern stellte er am Dienstagabend vor, darunter das Stephaner „Postlädchen“ und „Bärbel Flowers“.

Schatzmeisterin Sabine Schäffer legte die Zahlen für das Geschäftsjahr 2008 auf den Tisch. Ihr Fazit: Insgesamt sei ein Minus von 3600 Euro erwirtschaftet worden. Eine „einwandfreie Kassenführung“ bescheinigten die Kassenprüfer dem Vorstand, der anschließend einstimmig entlastet wurde.

Sämtliche Wahlen fielen am Dienstag einstimmig aus. Somit steht Roland Busch weitere zwei Jahre an der Spitze des Gewerbevereins. Gerhard Krocker bleibt 2. Vorsitzender, Sabine Schäffer Schatzmeisterin. Nach dem Ausscheiden von Christian Ebli als Beisitzer verbleiben Michael Meissner, Harald Schilling, Helmut Höhl und Jochen Birli.

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Der neue Vorstand des Griesheimer Gewerbevereins (v.l.): Michael Meissner (Beisitzer), Gerhard Krocker (2. Vorsitzender), Roland Busch (1.Vorsitzender), Sabine Schäffer (Schatzmeisterin) und die Beisitzer Harald Schilling, Helmut Höhl und Jochen Birli. mv-foto

Roland Busch kündigte weiterhin an, den Neujahrsempfang des Gewerbevereins künftig wieder im „Haus Waldeck“ abzuhalten. In diesem Jahr war er im Bürgerhaus „Zöllerhannes“ über die Bühne gegangen. Als Grund gab Busch einen geringeren logistischen Aufwand an. Es habe sich beim Neujahrsempfang 2009 gelohnt, dass man mit Günter Burzywoda einen bezahlten Referenten engagiert hatte.

In einem weiteren Punkt ging der 1. Vorsitzende auf die Website des Gewerbevereins (www. griesheimer-gewerbeverein. de) ein. Die Statistik zeige, dass sie „gut genutzt“ werde. Man sei bemüht, die Homepage stets aktuell zu halten. Als Appell ging an die Versammelten, dass man den Unterpunkt „Firmen im Fokus“ stärker zur Unternehmenspräsentation nutzen könne. „Das kostet sie nichts.“

Trittbrettfahrer: Wer zahlt die Zeche?

Großer Unmut herrschte unter den gut 50 Mitgliedern des Gewerbevereins bei der Generalversammlung am Dienstagabend im Kaminzimmer der SVS-Vereinsgaststätte. Der Grund: Zu den Verkaufsoffenen Sonntagen hat der Gewerbeverein verschiedene „Events“ durchgeführt, wie den Kürbissonntag oder auch das Moonlightshopping. Den Obolus zur Kostendeckung dieser Sonderaktionen zahlten aber nicht alle Einzelhändler, die von den Besucherströmen profitierten. Etliche Händler entlang der Wilhelm-Leuschner-Straße, die nicht Mitglied des Gewerbevereins sind, öffneten an den Verkaufsoffenen Sonntagen ihre Geschäfte, freuten sich über zusätzliche Einnahmen, verweigerten dann aber die Beteiligung an den Kosten. Dies sei aus juristischer Sicht völlig in Ordnung. Trotzdem reagierten viele Mitglieder bei der Generalversammlung höchst verärgert. Denn moralisch sei dieses Verhalten absolut verwerflich. Als dann noch herauskam, dass nicht einmal alle Mitglieder des Gewerbevereins ihren Obolus entrichtet hatten, platzte einigen fast der Kragen. Mehrfach forderten im Verlauf der Versammlung Anwesende, die Liste der „Kostenpreller“ rauszurücken. Doch der Vorstand blieb hart und verweigerte dies. „Wir haben keine rechtliche Grundlage, gegen diese Händler vorzugehen“, erklärte Roland Busch. Als Konsequenz stellte er in Aussicht: Wenn sich bei der Zahlungsbereitschaft nicht in absehbarer Zeit etwas ändere, könne man derartige Veranstaltungen nicht mehr durchführen. „Dann haben wird dafür kein Geld mehr.“ Falls beim angedachten Kürbissonntag in diesem Jahr nicht rechtzeitig die Teilnahmebeträge eingezogen werden könnten, scheue er sich nicht, so Roland Busch weiter, auch einen Tag vor der Veranstaltung alles abzusagen.

Rückblick auf die Gewerbeschau

Ein weiterer Diskussionspunkt war der Rückblick auf die Gewerbeschau im Mai diesen Jahres. Wie Gerhard Krocker mitteilte, waren alle gut 200 Mitglieder des Gewerbevereins angeschrieben worden, um ein Fazit zu ziehen. Die Rücklaufquote der Schreiben sei mit einer Quote von einem Drittel zufriedenstellend ausgefallen. Positiv bewerteten einige Mitglieder die Zusammenarbeit mit der Stadt Griesheim, die zeitgleich mit der Gewerbeschau das Ende der 4. Griesheimer Energietage gelegt hatte. Der von der Stadt engagierte Zauberer Simon Pierro und die aus der Kindersendung nicht nur beim Nachwuchs beliebte „Maus“ hätten eine gewisse Zugkraft auf die Besucher ausgelöst. Ebenfalls als Vorteil könne die Erweiterung der Ausstellungsfläche im Osten der Wagenhalle um ein Zelt mit den „Energieexperten“ vermerkt werden. Als Kritikpunkt wurde mehrfach eine zu geringe Pressearbeit im Vorfeld der Veranstaltung genannt. Von einigen Seiten wurde außerdem moniert, dass in der Wagenhalle bis auf den Kuchenverkauf kein ansprechendes Catering organisiert worden sei.

mögliche Satzungsänderung zugunsten der Filialisten?

Gegen Ende der Generalversammlung diskutierten die Teilnehmer, ob man die Satzung dahingehend ändern solle, dass auch Filialisten in den Gewerbeverein aufgenommen werden dürfen. Die gegensätzlichen Meinungen schwankten zwizwischen der Aufgabe des Alleinstellungsmerkmals „Gewerbetreibender vor Ort“ und potentieller Mehreinnahmen durch Sponsoring. Die Überlegungen an diesem Abend seien lediglich der erste Schritt in Richtung einer möglichen Satzungsänderung gewesen, betonte schließlich der Vorstand.

Quelle: Griesheimer Anzeiger